Stator wickeln

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Wenn mal wieder die Lichtmaschine streikt, kann man auf die Idee kommen den Stator selber neu zu wickeln. Das scheint nicht ganz einfach zu sein. Hierzu einige Anmerkungen:

Allgemeine Hinweise

Aus dem Forum:

Am 22.2.2012 schrieb Peter  :

...

Mir sind die Laboreinheiten zum Spulen- und Trafowickeln während der Technologenausbildung noch in sehr schmerzhafter Erinnerung geblieben. In umfangreichen Berechnungen mussten wir vor dem Wickeln erst Füllgrad, Packungsdichte, Drahtzug, Biegeradien und eventuelle Querschnittsveränderungen an den Biegeradien ausrechnen.

Gut ist auf jeden Fall, dass Du die Drahtlagenanordnung, Wickelrichtung und Drahtquerschnitt schon einmal ermittelt hast, denn das ist von enormer Bedeutung. Aus technologischer Sicht wäre es sinnvoll, die Spule beim Wickeln zu drehen und den Draht möglichst verdrehfrei abzuspulen. Ebenso sollte man qualitativ sehr hochwertigen Wickeldraht verwenden. Dabei spielt nicht so sher die Kupferqualität die Rolle, sondern viel, viel mehr die Qualität des Beschichtungslackes (hochtemperaturfest). Dieser muss ja während der Biegung die Dehnung und Stauchung am Draht mitmachen ohne zu reißen oder Falten zu bilden.

Insofern spielt dann auch die Arbeitstemperatur eine Rolle. Die Lagen müssen dicht gepackt werden, damir sie während des Betriebes nicht ins Vibrieren geraten und sich der Lack dadurch lösen kann. Spulenlagen können nicht nur durch mechanische Erschütterung ins Vibrieren geraten, sondern auch durch Bewegungen wärend der Induktion der Spannung. Das Problem ist in der Folge die lokale Erwärmung dieser Stelle mit der Gefahr des Durchbruchs der Drahtisolierung. Es schadet also nichts, wenn Du nach jeder Lage diese satt mit hochtemperaturfesten Lack, der den Wickeldrahtlack nicht auflösen darf, sättigst. Somit werden Lufteinschlüsse und lockere Stellen minimiert.

Wie schon gesagt, würde ich versuchen, die Spule gleichmäßig zu drehen, den Wickeldraht aber einfach abrollen zu lassen, besser noch mit leichter Vorspannung ähnlich dem Nähfaden an der Nähmaschine.

Da Kupfer das Bestreben hat, die ursprüngliche Form vor der Biegung wieder anzunehmen, muss der Draht während des Wickelns immer unter Vorspannung sein, sonst wird die Spule zu locker. Der Weg des Drahtes ändert sich viermal an den Seiten der Spule und an den Ecken, so leicht wirds also nicht. Und es müssen immer exakt die gleiche Anzahl Windungen aufgebracht werden, damit es keine Unsymetrieen am Gleichrichter des Reglers gibt. Die Verbindsleitungen der Spulen sollten mechanisch festgelegt werden, damit sie nicht frei "herumhängen" und unter Erschütterung brechen können. Ich möchte Dir keine Angst machen mit diesen Hinweisen.

Auf jeden Fall ziehe ich es aber vor, eine industriell gefertigte, gut vergossene Lima für 100 Euros zu erwerben als mir den Stress des Wickelns mit recht ungewissen späteren Langzeitausgang anzutun.

Und Garantie habe ich dann auch für zwei Jahre!

In der Bucht werden gerade blau vergossene Lima für die TRM 850 angeboten, die ganz vernünftig aussehen. Unvergossenen Lima sind mir suspekt!

Und bedenkt bitte noch ein Problem: wenn die Lima durch einen elektrischen Fehler wie Kurzschlüsse innerhalb der Spule zum Heizgerät wird (das kann auch gut zum Glühen dieser Stelle führen), heizt sie das Öl ganz in der Nähe zum Freilauf und zur Kurbelwelle auf. Dies führt unter Umständen zur Erwärmung und zur Ausdehnung der benachbarten Lager und damit zu einem ernsthaften Problem an unbeliebten Stellen. Feststellen lässt sich die genaue Ursache von Motorschäden hinterher schlecht, wenn aber der Spulenlack als verkohlte Masse zu sehen ist, müssen schon enorme Temperaturen dort geherrscht haben.

Viel Erfolg, Du wirst ja sicher berichten!

Bootsmann Peter

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Ende des Beitrages